Josef Fink kam am 9. Oktober 1881 in Kriftel als Sohn von Magdalene Auguste Fink und Anton Fink zur Welt. Er erlernte den Beruf des Kaufmanns, war offenbar auch als Makler tätig und lebte in Frankfurt/Main Höchst, Schützenbleiche 2. Josef Fink war mit Maria Fink verheiratet, die spätestens gegen Ende der 30er Jahre in Salzburg gemeldet war. Weitere Informationen zu Josef Fink sind gegenwärtig (07/2026) nicht verfügbar.

Im höheren Lebensalter lebte Josef Fink im Kreis-Altenheim des Main-Taunus-Kreises in Bad Soden. Laut Angaben der Einrichtung sei er an alkohlbedingter Gehirngefäßverkalkung erkrankt und bedürfe intensiver Betreuung. Diese Zuschreibung ist im Kontext der NS-Ideologie kritisch zu beleuchten. Im September 1940 wendet sich die Leitung des Altersheims Bad Soden an die Nervenklinik Frankfurt und bittet um Aufnahme von Josef Fink in der dortigen geschlossenen Abteilung. Der Patient könne aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr in Bad Soden betreut werden. Er „füge sich nicht in die Hausordnung“ und komme daher „für einen weiteren Aufenthalt im hiesigen Altenheim nicht mehr in Frage.“ Da er die Anordnungen des Luftschutzes nicht befolge, wird er seitens des Anstaltsarztes als „gemeingefährlich“ eingestuft. Am 4. September 1940 wurde Josef Fink von einer Fürsorgerin in die Nervenklinik Frankfurt gebracht, wo er drei Tage zur Beobachtung verbleibt. Die in der Nervenklinik Frankurt getätigten Akteneinträge zu Josef Fink sind unauffällig. Die Information über den veränderten Aufenthaltsort ging umgehend an die NSDAP-Ortsgruppe Frankfurt/Main-Höchst. Josef Fink war Mitglied der NSDAP, er sei „bereits im Juli“ (1940) „aus der NSDAP ausgeschieden“, da er „nicht mehr geschäftsfähig“ sei. Diese Praxis war üblich. Menschen mit psychischer Erkrankung entsprachen nicht dem Idealbild des NS-„Volksgenossen“ und waren somit faktisch von der Mitgliedschaft in der NSDAP ausgeschlossen. Der Ortsgruppenleiter bittet die Nervenklinik um Übersendung des Mitgliedsausweises, falls dieser in den Unterlagen von Josef Fink gefunden werde. Am 7. September 1940 erfolgte die „Verlegung“ von Josef Fink in die Anstalt Weilmünster. Am 15. Oktober 1940 soll Josef Fink dort an „Herzschlag bei Arteriosklerose“ verstorben sein.

Quellen: HHStAW Best. 2072/2 Nr. 5908; HStaM Best. 915.

Recherche und Text: Martina Hartmann-Menz